Abgrundtief schön…

The Tiger Lillies: Adrian Stout, Martyn Jacques und Adrian Huge photo by bLUE
Mit “Freakshow” aus dem wunderbaren Album “Circus Songs” eröffnen die Tiger Lillies ihr Konzert im ausverkauften Theater an der Mürg, anlässlich der “Stanser Musiktage”. “This Freakshow is the best in town…” singt Martyn Jacques im Refrain, “… this Freakshow is the worst around” und damit sind wir mittendrin in der skurilen und bizarren Welt der drei herrlich schrägen Musiker Martyn Jacques (Gesang, Akkordeon, Piano) Adrian Stout (Bass, singende Säge) und Adrian Huge (Schlagwerk).
Mit gemächlichen Pinguinschritten und gequälter, aufgemalter Totenkopffratze bewegt sich Martyn Jacques, gekonnt theatralisch, durch die Welt von Mördern, Huren, Perversen und zwielichtigen Gestalten.
Die Geschichten handeln immer von Randständigen und Verlierern. Das Morbide, Perverse und Selbstzerstörerische, die Blasphemie, die Wolllust, die Völlerei. Von all diesen Dingen erzählt uns der Sänger. Da sind aber auch die clownesken Einlagen von Adrian Huge, dem Schlagzeuger, wenn er z.B. bei “Anger” (aus der gerade erschienenen CD “Seven deadly sins”) seinem Ärger Luft verschafft und mit dem Plastikhammer sein Instrumentarium kurz und klein schlägt. Oder wenn Martyn Jacques am Klavier “Lust”, (ebenfalls aus Seven deadly sins) mit den Worten “You wanna fuck…..the world”, anstimmt und danach mit einem Dildo die Tasten bearbeitet.
Aber bei allem Klamauk wirken diese Herren nie lächerlich. Zu schön sind die tieftraurigen Songs, bei welchen Martyn Jacques mit seiner unglaublichen Falsetstimme, einem einen wohlig kalten Schauer über den Rücken jagen lässt.
Schon fast obligat dann am Schluss des Konzertes die Frage: “Any requests?” Natürlich sind da Wünsche; “Souvenirs” und “Hamster” z.B., welche dann auch prompt erfüllt werden.
Und dann weicht die stinkend, übel riechende Gasse in der ich mich wähne, wieder dem grellen Licht des Saals. Man sieht drei Herren vorbeihuschen. Kurze Zeit später stehen sie beim Ausgang um gutgelaunt die CDs der Konzertbesucher zu unterschreiben. Ich höre ein freundliches “Thank you for comin”. Oh nein, “Thank you!” sage ich und freue mich schon jetzt auf das nächste Konzert der drei überaus sympatischen Herren.
Schön wars, abgrundtief schön…
schef


7. April 2008 um 08:45 Uhr
lusch sagt,
Ja genau, so ist das! Ich möchte mich nochmals bedanken, danke! ganz Lieb!
Ich hatte einen schönen kurzweiligen Abend mit Euch. Sehr viel Spass machte mir Mister Adrian Huge, weniger wegen seiner Zerstörungswut, sondern mehr durch seine schelmische Ausstrahlung. Im Nachfassen der Gedanken, ist es wahrscheinlich kein Nachteil, das ich nicht ganz alles verstanden habe. Mein Problem mit diesem Abend ist, das ich seither erhebliche Mühe mit dem entleeren der Blase habe. Immer wen ich so zugange bin, sitzt ein kleiner Kobold auf meiner Schulter und säuselt mir ins Ohr; Piiiiiiiiisssssssssssssssssssssssssss
Und da ich leider zu der Sorte Mann gehöre, die unter Beobachtung, Schwierigkeiten mit der Verrichtung des Geschäftes bekommen, hat meine Lebensqualität erheblich abgenommen. Ich mache sogar bei mir Zuhause im Badezimmer das Licht aus, aber ich spüre, er ist immer noch da………………..