Monday’s Ghost

Monday\'s Ghost

Kürzlich wurd ich während einer Diskussion gefragt, was denn für mich wirklich grosse Musik ausmache. Wieso lässt dich zum Beispiel “Oasis” völlig kalt und um eine Band aus demselben Genre zu nennen, “Eels” eben nicht. Meine Antwort darauf: Herz! Ganz viel Herz und Authenzität. Und damit bin ich mittendrin in der musikalischen Welt der Sophie Hunger. Diese Frau versteht es, mit ihrer stimmigen Phrasierung Wellen zu glätten um diese im nächsten Moment meterhoch über einem zu zerbersten. Man hat streckenweise das Gefühl, dass jedes einzelne Wort, seine ganz eigene Klangfarbe besitzt und Sophie Hunger versteht es aufs Eindringslichste, damit zu spielen. Obwohl, Spielen wohl das falsche Wort ist, vielmehr ist es ein weiteres wichtiges und intimes Detail in ihrer Musik. Was mit “Sketches on Sea” vor zwei Jahren begann, findet bei “Monday’s Ghost”, ihrem aktuellen Album, die logische Fortsetzung. Und das meine ich absolut nicht abwertend; im Gegenteil! Logische Fortsetzung, weil sie es bereits bei der ersten CD verstand, den Songs eine wunderbare, intime Stimmung einzuverleiben. Bei “Monday’s Ghost” ist die Betonung der Wörter noch intensiver und was vor allem begeistert, ist die Band die nun ins Spiel kommt. Diese harmoniert mit der Stimme von Sophie Hunger so perfekt und feinfühlig, dass einem wohlig warm ums Herz wird. “Monday’s Ghost” gehört für mich zu den wichtigsten und schönsten Alben, welche die Schweizer Musikszene hervorgebracht hat. Ich freue mich auf mehr, auf viel mehr von dieser Ausnahmekünstlerin.
Am 29. November übrigens spielt Sophie Hunger mit den Young Gods im KKL Luzern und auch darauf freue ich mich schon jetzt riesig.
Meine Anspieltipps: Sophie Hunger Blues, Rise and fall, Drainpipes

Website von Sophie Hunger
Website von The Young Gods

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THE FELICE BROTHERS

The Felice Brothers

Bei mir läuft im Moment auf dem iPod eine CD in der Endlosschleife: The Felice Brothers. Das sind drei Brüder aus dem ländlichen New York: Simone, Ian und James Felice und als einziger Nicht-Feliceaner, der Bassist Christmas Farley. Die Musik erinnert streckenweise stark an his Bobness “Mr. Dylan”, genauer: an die frühen 70er Jahre, als Bob Dylan mit “The Band” spielte. Da trifft Folk auf Bluegrass und Country, es scheppert das Honkytonkklavier, ein Bläsersatz ertönt in bester NewOrleans-Manier und im Hintergrund lädt ein grölender Chor zum Mitsingen ein. Selten habe ich eine Band so relaxt und mit so viel Gefühl musizieren gehört.
Dass die vier sympathischen, dem Alkohol sichtlich nicht abgeneigten Musiker, an der Produktion dieser wunderbaren CD ihre helle Freude gehabt haben, spürt man in jedem Moment dieser Aufnahmen. Manchmal scheint es gar, als wäre dieses Juwel in einem Saloon in irgend einem kleinen Kaff mitten in der Wüste live eingespielt worden. Als Zuhörer sitzt man dann zusammen mit ein paar anderen kuriosen Gestalten an der Bar und starrt mit offenem Mund auf die vier skurilen jungen Typen, welche in einer schummrigen Ecke mit ihren verstimmten Instrumenten einen Sound herzaubern, dass einem richtig warm ums Herz wird. Wunder-, wunderschön!
Anspielttipps: Whiskey in my Whiskey, Ruby Mae, Frankies Gun, Greatest Show on Earth!
In Amerika sollen die Felice Brothers scheinbar mit einem gewissen Justin Townes Earle auf Tour sein! Diesen Mann haben wir ja bereits in diesem Blog vorgestellt.
Wer weiss, vielleicht schaffen es diese Herren ja auch mal in die Schweiz. Wäre zu schön…

Link zur Website

schef

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