DAS WAHRHAFT GRANDE FINALE IN BARCELONA

DIE LETZTEN KONZERTE DER EUROPA STADIONÂ TOUR 2008
Gleich zum Anfang : Samstag, der 19.07.08 ist in meinem Hirn und Herz für immer notiert! Es war Vollmond, was dem Abend und der Nacht nur noch positivere Seiten abgewann. Was am Grande-Milano-Bruce-Concerto die Seele von LuckyLusch so stärkte, passierte bei mir erst beim Barca-Konzert. Ich benötigte scheinbar dieses Bruce-Konzert zusätzlich noch, damit ich in eine Art Mix aus Rausch-Glücksgefühl-Zustand fiel. Dass ich/wir dieses Erlebnis für Kopf, Bauch, Herz erleben durften,war einfach schön und toll. Es schlug voll ein! Es war Balsam für die Seele!
Nach Hamburg und Milano, was sicher ein unbestrittener Höhepunkt war, kam also noch Barcelona! Der zweitletzte Auftritt der Euro Stadion Tour 08. Italien-Konzerte waren bis jetzt ja immer etwas intensiver ,fanatischer und emotionsgeladener! Das wusste ich aus früheren Gigs in Bologna und Milano (u.a. D.&D.-Tour 05 und S.S.B.Tour 06) Doch ICH/WIR wollten zum ersten mal nach Spanien, um zu sehen, ob das katalanische Temperament der „Amigos“ noch höher schlägt, als das der Italos-Amicis………
Die Frage: Milano also noch übertrumpfen?? War das möglich? Und siehe da, nicht unbedingt erwartend, aber doch total überrascht wurde ich von der ersten Sekunde des ersten Songs an bis zum Schluss eines besseren belehrt. Das ganze Barca-Publikum, inklusive die in den veritablen und bequemen Sitzpläzen auf den Tribünen standen nicht nur, sondern sangen gleich voll mit, klatschten und tobten. Und was das heisst bei rund 75’000 Leuten, das muss man erst mal gesehen und gehört und erlebt haben. Einfach unglaublich! Dies überraschte mich ,als „kleiner Springsteenologist!“ doch gewaltig!
Start: 22:15 Uhr! Licht aus! Das Orgelspiel leiert aus der Jahrmarktorgel. Die Musiker tauchen aus dem Dunkeln auf. Das Betreten der Bühne ist wie ritualisiert, einer nach dem anderen betritt seinen “Arbeitsplatz”! Und los gehts mit dem Opener “No Surrender”. Gleich am Anfang geht’s aus vollem Rohr los, von 0 auf 100. Die E-Street Band rock’n’rollte los. Und schnell erblickte man, dass Patti (Nikname:Red Headed Woman) wieder dabei war, extra für die letzten Spanien Gigs eingeflogen. Sister Soozie, an der Geige wurde dabei leider etwas in den Hintergrund gedrängt. Und da ist Little Steven (Nikname:Miami Steve) in gewohnter Gitarren-Manier, öfters sehr listig, schelmisch blickend. Dies ist über die Screens in leinwandtechnischer Top-Qualität gut sichtbar. Max Weinberg (Nikname:Mighty Max) der Antreiber oder auch die harte, präzise „Dampfmaschine“, er drescht mit seinen Drum-Stöcken auf sein Schlagzeug ein, aber in absoluter Perfektion! Und das wirklich bis zum Schluss. Im ganzen 10 Leute auf der Bühne. Die E-Street Band als verschworene Einheit, das sieht und hört und spürt man ganz deutlich.Bruce spielt in „Promised Land“ auf der Mundharmonika, die er am Schluss einem verdutzen Zuschauer in den ersten Reihen in die Hand drückt! Wow!! Unter dem Motto: Take it!
Es folgt das legendäre „Hungry Heart“ und hier lässt Bruce die 75’000 fast alles Katalanen zuerst nur den Refrain und dann gar den ganzen Text singen. Auf diesen Spass folgt flächendeckender Jubel und der nächste Hit folgt sogleich: “Summertime Blues“ Clarence Clemons (Nikname : Big Man) zuerst eine Textzeile im Heldenbariton ,“ bevor Bruce schreit ..no cure for the summertime blues“! Und dann der über der Bühne aufgehende Vollmond kündigte eine verheissungsvolle Nacht an. Was man einfach immer wieder feststellt bei Bruce Live ist, die unbändige Spielfreude dieses Mannes, er zeigt das voll und ganz und zelebriert dies auch und steckt damit gar die anderen E-Streetler an. Dann „Brilliant Disguise„ rührend schön mit Patti gespielt und gesungen. Patti lehnt ihren Kopf auf Bruce’s Schulter bis das Lied langsam instrumental ausklang, was in inniger Harmonie der Beiden endete. Der lebende Beweis dieses Musiker-Paares über Ihre Zusammengehörigkeit! Bei diesem Bühnen-Anblick folgte tosender, ergreifender Applaus. Entgegen den früheren Konzerten sammelt Bruce erst relativ spät die Musikwünsche auf Tafeln am Bühnenrand ein. Vielleicht ist ja auch ER von den bis jetzt dauernd höchstaktiv mitsingenden Katalanen und sonstigen diversen “Auswärtigen“, wie zum Beispiel wir Zwei aus dem Helvetischen Land, überrascht. Dafür reichte auf diesen Wunsch-Transparenten aber nur das erste Wort des Wunsches: z.B. Janey…..oder Waiting….Nun auch das tolle „The River“ in einer am Schluss endenden „Summ-Version“, inklusive Publikum eingeschlossen. Der Boss braucht das Publikum, das Publikum verdankt es ihm, in dem es ihn enthusiastisch unterstützt! Bruce ,der Boss,ist voll in seinem Element. Der “SPIEGEL” hat mal geschrieben: “Bruce Springsteen, der Haudegen mit Authentizitätsgarantie!” So passend! Es folgt das seltene „Backstreets“ , eine Rarität auf der Tour. Dann one ,two,three,four,und „Because the Night“, eines meiner Lieblingstücke, aber erst während dieser Tour und gerade wegen dieser Live Performance mit dem ergiebigen Solo von Nils Lofgren (Nikname:Lefty) Dieser Gitarrero zauberte wieder mal, aber diesmal ganz speziell. Unmittelbar vor dem Gitarrensolo, wo er sich dann scheinbar endlos in pirouettenform gitarrespielend um sich drehte und drehte und drehte, wärmte er seine Beine noch mit einem Flamenco Step-Tanz , worauf Begeisterungsstürme und „Ah“ und „Wow“ Rufe ausbrachen! Sowohl wir ,wie auch Bruce und die E-Streetler haben kaum Erholungszeit zwischen den Songs. Mary’s Place, die neue Bruce Hymne, die in einer aufbauend , wechselnder Intensität vorgetragen wurde, dass es einem nur so zum Staunen bringt (immer noch, auch wenn schon x-mal gehört und gesehen.) Bruce torkelt auf der Bühne, grinst frech und brüllt wieder. Er hat riesigen Spass bei der harten Bühnearbeit und zeigt das den Leuten wie Du und Ich. Der Hüne Clari war äusserst gut drauf an diesem Abend, was er mehrmals ausdauernd und kraftvoll auf seinem Sax beweist. Und nun, ich merke grade, ich stehe ja immer noch und mit mir alle anderen auch auf der Tribüne. Die Sitze wären doch diesmal so was von bequem und überhaupt…aber nix mit Sitzen, denn sonst sieht man ja die vielen kleinen „Bühnen-Scharmützel“ nicht, die sich spontan und immer wieder ereignen. Wenn Bruce zu Clari (Big Man) schäkert, oder wenn Nils und Miami Steve duellieren oder wenn der Boss himself sich am Mikrofonständer herumwälzt. Artistisch und gleichzeitig berührend. Bruce, der sich unzählige Male in die Nähe des Erste-Reihe Publikums wagt, wo Hände, Arme geschüttelt werden. Bis er sich fast tollkühn ins Bad der Menge wirft, bis er sich, kurz bevor er in der Menge untertaucht, schnellstens befreit und wieder auf die Bühne kraxelt, als Mann mit Jahrgang 1949. Ich glaube nur noch ein gewisser Michael Philip Jagger ist da noch agiler! (LuckyLusch wird dies sicher freuen!)
Bei „Tunnel of Love“ wieder ein Liebesbeweis von Bruce und Patti . Während dieser gleichnamigen Tour 88 kamen sich Bruce und Patti ja näher. Der Rest ist Geschichte……….One..two..three..four ! Auf das äusserst intensiv, dramatische „Last to Die“ folgte der typisch Midtempo Song „Long Walk Home„ Nils und Steve stehen nah zusammen und lassen ihre Gitarrensaiten hallen und Clari, The Big Man rohrt auf seinem B-Tenor Sax, was das Zeugs hielt, schlicht und einfach genial. Und Miami Steve mit seinem mürrischen Backgroundgesang „Gonna be a loong, loooong walk home“ krächzt er ins Mikro! Einfach herrlich zum hören! Bei diesem Stück werden auch Erinnerungen wach im Anschluss ans Milano Konzert im Juni ; siehe letzter Satz von LuckyLusch…….denn wir Zwei (Sister Suzy and Bruce Brunello) wissen da noch nicht, was uns hier in Barca erwartet auf dem „Homeway to the Hotel“, aber scheissegal, denn es ist noch lange nicht soweit, weil eben war soeben Mitternacht überschritten und es geht weiter mit der E-Street Lokomotive……….. „Badlands“, dieser Song knallt Live so richtig hinüber! Ein furioser Beginn des Zugabenteils mit Jungleland! Weit über 10 Minuten…(ebenfalls rar vorgetragen!) Aufbauend, steigernd und was da Clari beim langen Sax-Solo rausbläst, ist einsame, absolute Klasse. Und dieser Big Man Clari, meiner Suzy’s „Liebling“ der E-Streetler, zeigte wirklich, was er immer noch kann, wenn er in bester Tagesform ist, was aber leider, leider nicht immer unbedingt bei anderen Konzerten der Fall war…….. Dann geht’s Schlag auf Schlag, “Born to Run“, bei traditionell voller Stadionbeleuchtung! Dieses Mega Stadion hellstens beleuchtet und man sieht bis weit hinauf fast das ganze Ausmass der Konzertbesucher. Einfach gigantisch! „Bobby Jean“ und „Dancing in the Dark“ alles am Stück und dank u.a. „Mighty Max“ in gleichhaltendem, powervollen Rhythmus. Dann auch schon das traditionelle „American Land“, was normalerweise etwa der Schluss sein sollte, aber nicht hier in Barcelona, und schon gar nicht, wenn Brunello und Suzy extra gekommen sind…
Es sammeln sich plötzlich diverse unbekannte jüngere, weibliche und männliche Personen auf der Bühne an, die sich dann später als die Kids von Bruce/Patti und Gary, dem ruhigen, immer besonnenen Bassisten, und ausgesuchte Freunde im Hintergrund herausstellten. „Twist and Shout“ folgt in einer fast gewohnten 15 Minuten Version und die Kids dürfen mit Tambourine tanzend das Grande Barca- Finale begleiten, was aber wahrscheinlich aus Mangel an Auftritten bei diesen Kids etwas verhalten ausfällt. Aber am meisten Spass an dieser Zugabe hat sowieso sichtlich und gewiss BRUCE THE BOSS himself, das sieht man klar und deutlich (ist auch auf den diversen You Toube Videos ersichtlich). Es ist dann (leider) plötzlich 01:15 Uhr, und nach 7 Zugaben ist’s dann leider vorbei! Die vollen 3 Stunden waren im „Nu“ vorbei und wir mussten uns dann zwangsläufig aus dem Stadion rausschlängeln, langsam und gemütlich, träumerisch und in einer Art von Trance über das soeben Erlebte. Immer noch vollgepumpt mit Bruce-Koncert- Impressions, was noch lange anhalten sollte.
Betreff Long Walk Home: Was in Milano aus diversen Gründen nicht klappen sollte, funktionierte in Barcelona folgendermassen: Nach 2 erfolglosen Versuchen, ein Taxi zu ergattern, passierte dann erst beim Dritten zum gut dreifachen Preis des Normalen! Dafür anstatt 30 Minunten, wie auf dem Hinweg zum Konzert, dauerte die luftige, milde gesagt rasante Fahrt in der Nacht nur knapp 15 Minuten ins Hotel. Und dies noch bei 60/80, ja gar 90 km/h , bei Rotampeln durch und Kurven und Linien geschnitten.Als wärs noch nur für Uns Zwei noch die allerletzte „Abenteuer-Zugabe“ dieses langen Tages und der Nacht….. Der zweitletzte Gig der Stadion Tour 2008 übertraf meine/unsere Erwartungen noch und ich hoffe doch sehr, dass es irgendwie und irgendwo doch noch eine weitere Möglichkeit gibt, nochmals Bruce Springsteen mit der legendären E-Street Band LIVE zu erleben!!
…………………………………………………………………………………………………………………..Gambio.

